Axelle Gall

Scankjh

Geboren in Paris, aufgewachsen in der Schweiz, Musikstudium am Konservatorium der Stadt Wien. Mitglied der Wiener Staatsoper.

Beim Debut an der Wiener Staatsoper übernahm Lisa Della Casa die Patenschaft der jungen Künstlerin. Das Repertoire von Axelle Gall hat ein weites Spektrum. Es reicht von Orpheus über Carmen bis zur Amneris in Verdis Aida. Neben zahllosen Auftritten an großen internationalen Opernhäusern pflegt Frau Gall auch intensiv den Lied – und Oratoriengesang.

Ihre starke Ausstrahlung in Verbindung mit einer warmen, kräftigen Mezzostimme, eher zum Alt tendierend, und eine großen Bühnenpräsenz haben sie auch zu einer gefragten Interpretin in Opernfilmen gebracht. Sie hat Filme mit Ponelle, Wallmann, Däggelin und Sanjust – Böhm gedreht.

So war sie die Mercedes in Franco Zeffirellis Carmen unter Carlos Kleiber, die Lola in Cavalleria Rusticana unter Georges Pretre und die Flora in der unvergessenen La Traviata – Verfilmung mit Teresa Stratas und Placido Domingo.

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„Meine Großmutter mütterlicherseits war Sängerin. Sie hatte eine wunderschöne Stimme, doch da sie aus gutbürgerlichem Hause stammte, war es ihr nicht erlaubt, auf einer Bühne zu singen. Trotz dieses Umstandes trat sie in Honfleur Stadt von Eric Satie und Lucy Delarue-Mardrus wo die Familie wohnte, immer wieder bei großen Benefizkonzerten auf.

Sie hatte acht Töchter, die allesamt mit sehr schönen Stimmen gesegnet waren und meine Großmutter lehrte sie die Kunst des Singens.

So kam es, dass meine gesamte Jugend durch den wunderbaren Gesang meiner Mutter verzaubert wurde. Meine Mutter schickte uns, meinen Bruder und mich, ständig in Konzerte und Ausstellungen, wofür ich ihr sehr dankbar bin, denn so war mein Leben immer von Kunst durchdrungen, die Kunst mein stetiger Begleiter.

Ich verbrachte meine Jugend in Lausanne, wo zwei berühmte Tänzer, Kniasev und Serge Lifar, eine Tanzschule gegründet hatten, in der ich tanzen lernte. Bald entschied mein Vater allerdings, dass dies kein Weg für eine junge Frau sei und ich erfuhr den ersten großen Schmerz: ich durfte nicht mehr tanzen.

Meine ersten Berufserfahrungen machte ich als Direktionssekretärin in einem Neurologischen Spital. Da es abseits von Lausanne lag, hörte ich auf diesem Weg sehr viel Musik, eines Tages auch die Alt Rhapsodie von Brahms. Ich war wie vom Blitz getroffen und wusste in diesem Moment, dass ich Sängerin werden wollte. Mein Vater war Deutscher und da ich mich sehr mit ihm identifizierte, entschloss ich mich nach Wien zu fahren, in die Stadt der Musik. Ich wurde im Konservatorium aufgenommen, wo ich Prof.
Markus, dem großen Brahmsforscher begegnete. Nach einigen Jahren des Studiums wurde ich von der Staatsoper engagiert. Den Liedgesang ließ ich ein wenig beiseite. Ich durfte immer wieder Konzerte singen. Die Begegnung mit dem großen Bach-Dirigenten Karl Richter eröffnete mir die Welt des Komponisten und so sang ich viele seiner Passionen.

In meiner langen Karriere bin ich wunderbaren Künstlern begegnet, wie Franco Zeffirelli, mit dem ich das Glück hatte drei Filme zu drehen und Carlos Kleiber.

1990 entschloss ich mich Liederabende zu geben und ich konnte Norman Shetler gewinnen mich zu begleiten; und natürlich war es ein Brahms Liederabend.

Seit ein paar Jahren nun habe ich einen Korrepetitor, Fritz Brucker, dessen Bösendorfer in Schuberts Geburtshaus steht, so dass ich das Glück hatte sehr oft dort zu arbeiten.

So fand ich einen Weg zu Schuberts Liedern, wurde inspiriert und langsam wurde Schubert zu meiner späten Liebe. Nach 25 Jahren verließ ich die Staatsoper um jährlich große Meisterklassen ins Leben zu rufen.

Nach der Tsunamikatastrophe rief mich meine gute Freundin Catharina Braunsteiner an, und fragte, ob ich für eine verschwundene junge Frau eine sehr gute Freundin unseres gemeinsamen Freundes Robert Hochners als letzten Gruß singen würde. Sie liebte die französische Oper und so sang ich für sie zum Abschied in der Augustinerkirche Werther.

War es ein Wink des Schicksals? Ich entschloss mich, wieder zu singen und die von mir lang ersehnte Schubert CD zu machen. Wir nahmen im Bösendorfer Saal auf, und es wurden daraus Sternstunden mit meinem kongenialen Partner Norman Shetler. Wir dienten dem Werk, verschmolzen und wurden Eins mit Schubert.“

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